Stufe 1 Grundlagen Stufe 2 Technik Stufe 3 Thermodynamik Praxis Planung
Wissen vom Experten

Wärmepumpe:
Funktionsweise, Physik & Planung

Vom einfachen Grundprinzip bis zur Carnot-Thermodynamik – in drei Tiefgangstufen. Verfasst von David Bätzner, dena-zertifizierter Energieeffizienz-Experte (BAFA-Nr. 723347).

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Stufe 1 – Grundlagen
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Für Hausbesitzer und Einsteiger – kein Vorwissen nötig

Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein umgekehrter Kühlschrank: Statt Wärme aus dem Innenraum nach draußen zu pumpen, entnimmt sie Wärme aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser – und bringt diese ins Haus. Das Erstaunliche: Selbst bei −10 °C enthält die Außenluft noch nutzbare Wärmeenergie.

💡 Das Schlüsselprinzip

Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme aus dem Nichts – sie verschiebt Wärme von dort wo sie wenig gewünscht ist (Außenluft, Erdreich) dorthin wo sie gebraucht wird (Heizsystem). Dafür braucht sie Strom – aber deutlich weniger als eine reine Elektroheizung.

Die vier Schritte im Überblick

1

Wärme aufnehmen

Ein Kältemittel nimmt Wärme aus Luft, Erde oder Wasser auf und verdampft dabei – wie Wasser das verdampft wenn es Wärme aufnimmt.

2

Verdichten

Ein Kompressor verdichtet den Dampf. Dadurch steigt die Temperatur stark an – ähnlich wie Luft in einer Fahrradpumpe warm wird wenn man sie zusammendrückt.

3

Wärme abgeben

Das heiße Kältemittel gibt seine Wärme an die Heizung ab und kondensiert dabei wieder – die Energie fließt in Fußbodenheizung oder Heizkörper.

4

Entspannen

Das nun flüssige Kältemittel wird entspannt, kühlt dabei stark ab und ist bereit, erneut Wärme aus der Umgebung aufzunehmen. Der Kreislauf beginnt von vorn.

Wärmequellen im Vergleich

WärmequelleVerfügbarkeitEffizienzInvestitionTypisch für
Außenluft (Luft-Wasser)ÜberallMittelNiedrigEFH, Sanierung
Erdreich (Sole-Wasser, Fläche)Grundstück nötigHochMittelEFH, Neubau
Erdreich (Sole-Wasser, Sonde)Genehmigung nötigSehr hochHochEFH, MFH
Grundwasser (Wasser-Wasser)Grundwasser nötigSehr hochHochGewerbe, MFH

Was ist die JAZ?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das wichtigste Maß für die Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe über ein ganzes Heizsystem. Sie gibt an, wie viel Wärme pro eingesetzter Kilowattstunde Strom erzeugt wird:

Jahresarbeitszahl JAZ = Wärmeenergie (kWh) ÷ Stromverbrauch (kWh) Beispiel: JAZ 3,5 → 1 kWh Strom erzeugt 3,5 kWh Wärme
⚠️ JAZ vs. COP – der Unterschied

Der COP (Coefficient of Performance) ist ein Momentanwert bei genormten Testbedingungen (z.B. A7/W35 = Außentemperatur 7 °C, Vorlauf 35 °C nach EN 14511). Die JAZ ist der reale Jahreswert – sie berücksichtigt alle Betriebszustände inkl. Abtauzyklen, Warmwasserbereitung und Kaltwetterperioden. Die JAZ liegt immer unter dem Nenn-COP.

Häufige Fragen (FAQ)

Funktioniert eine Wärmepumpe auch bei −15 °C?
Ja – moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen (z.B. mit R290) arbeiten bis −25 °C Außentemperatur. Allerdings sinkt die Effizienz bei extremer Kälte. In der Praxis werden bei sehr tiefen Temperaturen oft elektrische Heizstäbe (Mono-Energetisch-Betrieb) oder ein bivalenter Kessel zugeschaltet. Wichtig: Der Auslegungspunkt nach DIN EN 12831 (für unsere Region: −12 bis −16 °C) muss die Wärmepumpe abdecken können.
Brauche ich eine Fußbodenheizung?
Nein – aber sie ist ideal. Eine Fußbodenheizung arbeitet mit niedrigen Vorlauftemperaturen (35–40 °C), was die Effizienz der Wärmepumpe deutlich steigert. Auch Heizkörper funktionieren – aber nur wenn sie groß genug dimensioniert sind für niedrigere Vorlauftemperaturen (max. 55 °C). Hierfür mache ich eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und prüfe jeden Heizkörper. Ist ein Heizkörpertausch nötig, plane ich das mit ein.
Wie laut ist eine Wärmepumpe?
Moderne Geräte sind deutlich leiser als ältere Generationen. Typische Schallleistungspegel: 48–62 dB(A) je nach Gerät und Betriebspunkt. Die Schalldruckpegel im Abstand von 3 m liegen bei 35–50 dB(A). Bei der Planung überprüfe ich die Einhaltung der TA-Lärm (40 dB(A) tags, 30 dB(A) nachts am nächsten Aufenthaltsort des Nachbarn) und empfehle geeignete Aufstellorte und ggf. Schallschutzmaßnahmen.
Kann ich Warmwasser mit der Wärmepumpe erzeugen?
Ja. Moderne Wärmepumpen können Warmwasser auf bis zu 60–75 °C erzeugen. Eine wöchentliche Legionellenschutzerwärmung auf 60 °C ist wichtig und muss eingeplant werden. Für sehr hohe Warmwassermengen (MFH) empfiehlt sich eine separate Trinkwasser-Wärmepumpe oder ein großer Kombispeicher.
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Stufe 2 – Technik
Kreisprozess, Komponenten & Kältemittel
Für Technik-Interessierte – der Kreisprozess im Detail

Der Kältekreislauf im Detail

Der Wärmepumpen-Kreisprozess ist ein linksläufiger thermodynamischer Kreisprozess: Mechanische Arbeit (Strom) wird zugeführt, um Wärme entgegen dem natürlichen Temperaturgefälle zu transportieren. Das ist nur möglich weil ein geeignetes Kältemittel bei technisch nutzbaren Drücken seinen Aggregatzustand wechselt.

1

Verdampfer (isobar)

Das Kältemittel verdampft bei niedrigem Druck (Niederdruckseite). Es nimmt dabei die Verdampfungsenthalpie aus der Wärmequelle auf. Typisch: 3–8 K Überhitzung zum Schutz des Verdichters.

Isobare Zustandsänderung · Q₀ = ṁ · (h₁ − h₄)
2

Verdichter (isentrop)

Ein drehzahlgeregelter Scrollverdichter komprimiert den Kältemitteldampf. Druck und Temperatur steigen. Realer Prozess: polytrop mit isentropem Wirkungsgrad η_is = 0,60–0,75.

P_el = ṁ · (h₂ − h₁) / η_is
3

Verflüssiger (isobar)

Wärmeabgabe an das Heizsystem in drei Phasen: Enthitzung → Kondensation → Unterkühlung (2–5 K). Die Kondensationstemperatur liegt ~5–8 K über der Vorlauftemperatur.

Q_K = ṁ · (h₂ − h₃) · η_HX
4

Expansionsventil (isenthalp)

Elektronisches Expansionsventil (EEV) entspannt das Kältemittel. Druck und Temperatur sinken schlagartig – es entsteht ein Nassdampfgemisch. Enthalpie bleibt konstant (isenthalp).

h₄ ≈ h₃ (isenthalp) · Flashgas 10–25 %

COP-Formel und Einflussfaktoren

Coefficient of Performance (COP) COP = Q_K / P_el = (h₂ − h₃) / (h₂ − h₁) Q_K = abgegebene Kondensationswärme · P_el = elektrische Verdichterleistung

Der COP ist stark abhängig von der Temperaturspreizung zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur. Faustregeln:

VorlauftemperaturAußentemp. 7 °C (A7)Außentemp. −7 °C (A−7)Typische Anwendung
35 °C (FBH)COP 5,0–5,5COP 3,0–3,5Neubau Fußbodenheizung
45 °C (FBH/HK gemischt)COP 4,0–4,5COP 2,5–3,0Sanierung teilmodernisiert
55 °C (Heizkörper)COP 3,2–3,8COP 2,0–2,5Sanierung Altbestand
65 °C (Warmwasser)COP 2,5–3,0COP 1,8–2,2TWW-Bereitung

Kältemittel im Vergleich

KältemittelGWPSicherheitMax. VL-Temp.FörderungTrend
R290 (Propan)3A3 (brennbar)75–80 °C+5 % Effizienz-Bonus KfW 458🔼 Zukunft
R32675A2L (leicht brennbar)65 °C➡ Übergangs-KM
R410A2088A1 (sicher)60 °C🔽 Auslauf (F-Gas)
R134a1430A1 (sicher)70 °C🔽 Auslauf (F-Gas)
R744 (CO₂)1A1 (sicher)90 °C🔼 Hochtemperatur WP
🔵 Warum R290 (Propan) der Gewinner ist

R290 hat ein GWP von nur 3 (gegenüber 2088 bei R410A), ermöglicht Vorlauftemperaturen bis 75–80 °C und erhält den KfW 458 Effizienz-Bonus von 5 %. Die einzige Einschränkung: Sicherheitsklasse A3 (brennbar) erfordert besondere Aufstellbedingungen nach EN 378 – keine geschlossenen Räume ohne Belüftung, kein Heizungsraum ohne Leckagescanner. Hersteller wie IDM (AERO ALM-Serie) und Nuvio/Paradigma (Hypernova) sind mit R290 führend.

Modulierende vs. On/Off Verdichter

Inverter-Technologie (modulierend)

Moderne Wärmepumpen modulieren die Verdichterleistung stufenlos zwischen typisch 20–100 % der Nennleistung. Vorteile:

  • Kein Kurztakten – Verdichter läuft kontinuierlich bei Teillast
  • Höhere JAZ durch häufigen Betrieb im effizienten Teillastbereich
  • Geringere Lärmspitzen durch niedrigere Drehzahlen bei mildem Wetter
  • Bessere Warmwasserregelung ohne Überhitzung

Bivalenz-Strategien

StrategieZweiter WEBivalenzpunktEmpfehlung
MonovalentKeinerNeubau EFH mit FBH, gut gedämmt
Mono-energetischElektro-Heizstab−5 bis −12 °CSanierung, häufigste Variante
Bivalent-parallelGas-/Ölkessel−2 bis −5 °CMFH, hoher Wärmebedarf, Bestand
Bivalent-alternativGas-/Ölkessel0 bis +5 °CAlte Gebäude, hohe VL-Temp. nötig
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Stufe 3 – Thermodynamik
Carnot, Exergie & log p,h-Diagramm
Maximaler Tiefgang – für Ingenieure und Energieberater

Die Carnot-Schranke

Der maximal erreichbare COP einer Wärmepumpe ist durch den Carnot-COP begrenzt – eine direkte Konsequenz des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Wärme fließt nicht von selbst vom kälteren zum wärmeren Körper; jede Wärmepumpe muss diese thermodynamische Barriere mit Arbeitseinsatz überwinden.

Carnot-COP (Wärmepumpe) COP_Carnot = T_K / (T_K − T_0) T_K = Kondensationstemperatur [K] · T_0 = Verdampfungstemperatur [K] · Temperaturen in Kelvin (K = °C + 273,15)

Rechenbeispiel: FBH 35 °C, Außenluft 2 °C

T_K = 35 + 273,15 = 308,15 K (Kondensation ~8 K über Vorlauf: 43 °C → 316 K)
T_0 = 2 − 5 = −3 °C → 270 K (Verdampfung ~5 K unter Quellentemp.)

COP_Carnot = 316 / (316 − 270) = 316 / 46 ≈ 6,87

Reale Anlage mit Gütegrad η_ex = 0,50: COP_real ≈ 6,87 × 0,50 ≈ 3,4

Der Gütegrad η_ex (exergetischer Wirkungsgrad) liegt bei modernen Scrollverdichtern bei 0,45–0,55 und verschlechtert sich bei hohen Druckverhältnissen (hohe Spreizung).

Gütegrad (exergetischer Wirkungsgrad) η_ex = COP_real / COP_Carnot Typisch: 0,45–0,55 bei modernen Inverter-Scrollverdichtern

Das log p,h-Diagramm (Mollier-Diagramm)

Das logarithmische Druck-Enthalpie-Diagramm (log p,h) ist das zentrale Werkzeug zur Analyse von Kältekreisläufen. Die x-Achse zeigt die spezifische Enthalpie h [kJ/kg], die y-Achse den Druck p [bar] logarithmisch. Der reale Kreisprozess lässt sich als Schleife im Diagramm darstellen:

log p,h-Diagramm – Wärmepumpen-Kreisprozess (schematisch)

Spezifische Enthalpie h [kJ/kg] → Druck p [bar] (log) → p_hoch p_nieder Zweiphasen-gebiet 4 Verdampfer (isobar, Q₀) 1 Verdichter (≈ isentrop, P_el) 2 Verflüssiger (isobar, Q_K) 3 Expansion (isenthalp) Legende Verdampfer (Q₀) Verdichter (P_el) Verflüssiger (Q_K) Expansion Q_K = Q₀ + P_el

Schematische Darstellung. Realer Kreisprozess weicht durch Überhitzung, Unterkühlung und isentropen Wirkungsgrad ab.

Enthalpie-Energiebilanz

Energiebilanz Wärmepumpe Q_K = Q₀ + P_el Q_K = Heizleistung · Q₀ = aufgenommene Umgebungswärme · P_el = elektrische Verdichterleistung
Enthalpiedifferenzen im Kreisprozess COP = (h₂ − h₃) / [(h₂ − h₁) / η_is] h₁ = Enthalpie überhitzter Dampf Niederdruckseite · h₂ = Enthalpie überhitzter Dampf Hochdruck · h₃ = Enthalpie unterkühlte Flüssigkeit · η_is = isentroper Wirkungsgrad Verdichter

Zweistufige Verdichtung & Vapour Injection

Bei hohen Druckverhältnissen (Vorlauftemperatur > 55 °C oder Außentemperatur < −10 °C) steigen Verdichtungsverhältnis und Verdichtertemperaturen so stark an, dass einstufige Verdichtung ineffizient oder gar unmöglich wird. Die Lösung: zweistufige Verdichtung mit Economizer (Vapour Injection).

Vapour Injection – Funktionsprinzip

Das flüssige Kältemittel nach dem Verflüssiger wird in zwei Ströme aufgeteilt:

  • Hauptstrom: Wird weiter auf Niederdruckniveau entspannt → in Verdampfer
  • Teilstrom (Flashgas): Wird auf einen Zwischendruck entspannt, verdampft dabei teilweise und wird zwischen den Verdichtungsstufen eingeblasen (Injection)

Effekt: Niedrigere Verdichteraustrittstemperaturen, höhere Massenströme bei gleichem Energieeinsatz. Besonders wirksam bei Außentemperaturen unter −5 °C. Beispiel: IDM AERO ALM-Serie, Nuvio Hypernova.

Clausius-Clapeyron und Sättigungsdruck

Die Siedetemperatur eines Kältemittels hängt direkt vom Druck ab – beschrieben durch die Clausius-Clapeyron-Gleichung. Sie erklärt warum das Druckverhältnis bei steigender Vorlauftemperatur überproportional ansteigt:

Clausius-Clapeyron (vereinfacht) d(ln p) / d(1/T) = −Δh_v / R Δh_v = Verdampfungsenthalpie · R = spezifische Gaskonstante · T = absolute Temperatur [K]

Praktische Konsequenz: Eine Erhöhung der Vorlauftemperatur von 35 °C auf 55 °C verdoppelt näherungsweise das Druckverhältnis im Kältekreislauf – der Verdichter muss deutlich mehr Arbeit leisten, der COP sinkt erheblich. Das ist die physikalische Begründung für die Vorlauftemperatur als Effizienz-Stellhebel Nr. 1.

Exergie-Analyse: Wo geht Effizienz verloren?

KomponenteIrreversibilitätsursacheExergieverlust typischOptimierungsmaßnahme
VerdichterReibung, Wärmeaustausch, Leckage25–35 %Hoher isentroper Wirkungsgrad η_is, Drehzahlregelung
VerflüssigerEndliche Temperaturdifferenz ΔT10–18 %Große HX-Fläche, geringe ΔT (< 5 K)
VerdampferEndliche Temperaturdifferenz ΔT10–15 %Große HX-Fläche, Enteisungsstrategie
ExpansionsventilIsenthalpe Entspannung (irreversibel)8–12 %Economizer/Vapour Injection
RohrleitungenDruckverlust, Wärmeverlust2–5 %Kurze Leitungen, Dämmung, geringe Strömungsgeschwindigkeit
🔴 Fazit Thermodynamik: Die fünf Effizienz-Stellhebel
  • 1. Vorlauftemperatur minimieren – jedes Kelvin weniger → ~2–3 % mehr COP. Hydraulischer Abgleich und Heizkurvenanpassung sind Pflicht.
  • 2. Quellentemperatur maximieren – Erdreich (10–12 °C konstant) schlägt Außenluft (variabel, min. −15 °C) thermodynamisch immer.
  • 3. Wärmeübertrager-Größe – kleine ΔT in Verdampfer und Verflüssiger senkt Exergieverluste direkt.
  • 4. Isentroper Verdichterwirkungsgrad – Scrollverdichter 0,70–0,75 übertreffen Kolbenverdichter deutlich.
  • 5. Vapour Injection – bei hohen Spreizungen oder Kaltwetterbetrieb unverzichtbar.
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Praxis – Planung
Mein Planungsvorgehen als Energieberater
DIN EN 12831 · Hydraulischer Abgleich · KfW 458 · TA Lärm

Eine Wärmepumpe ist nur so gut wie ihre Planung. Als dena-zertifizierter Energieeffizienz-Experte erstelle ich für jedes Projekt eine vollständige technische Dokumentation – die Basis für maximale Förderung und optimalen Betrieb.

Schritt 1: Heizlastberechnung DIN EN 12831

Normaußentemperatur nach Region

Die Heizlast nach DIN EN 12831-1 bestimmt die exakt nötige Wärmepumpen-Leistung. Für unsere Region:

  • Zollernalbkreis / Rottweil (400–700 m ü.NN): −12 bis −14 °C
  • Höhenlagen Schwarzwald > 700 m: bis −16 °C
  • Tübingen / Neckartal: −12 °C
  • Freudenstadt / Hochlagen: −14 bis −16 °C

Ich führe die Berechnung raumweise durch (Verfahren B nach VDI 2078) – das ist Voraussetzung für den hydraulischen Abgleich und die KfW 458-Förderung.

Schritt 2: Hydraulischer Abgleich Verfahren B

✅ Pflicht für KfW 458 Förderung

Der hydraulische Abgleich nach Verfahren B ist seit 2023 Pflichtnachweis für KfW 458. Er stellt sicher dass jeder Heizkörper / jede FBH-Schleife genau die Wassermenge bekommt die er thermisch benötigt. Vorteile: Gleichmäßige Wärmeverteilung, niedrigere Systemtemperaturen, höhere WP-Effizienz, Vermeidung von Geräuschentwicklung.

Schritt 3: Lärmbeurteilung nach TA Lärm

Immissionsrichtwerte TA Lärm

Die TA Lärm regelt die maximal zulässigen Schalldruckpegel am nächsten schutzbedürftigen Aufenthaltsort (Nachbarfenster):

  • Reine Wohngebiete: 50 dB(A) tags / 35 dB(A) nachts
  • Allgemeine Wohngebiete: 55 dB(A) tags / 40 dB(A) nachts
  • Mischgebiete: 60 dB(A) tags / 45 dB(A) nachts

Ich berechne den Schalldruckpegel am Immissionsort nach VDI 2714 / DIN ISO 9613 und prüfe die Einhaltung vor der Geräteauswahl. Nachtabsenkung und Silent-Mode-Funktion moderner Geräte werden berücksichtigt.

Schritt 4: Hydraulisches Schema & Systemauslegung

Jede meiner Planungen enthält ein vollständiges hydraulisches Schema mit: Wärmepumpe, Pufferspeicher, Trinkwarmwasserspeicher (TWW), Mischventile, Umwälzpumpen, SG-Ready-Anschluss, Sicherheitsgruppen und optionaler PV-Integration. Das Schema ist Grundlage für den ausführenden Installateur und für die Förderunterlagen.

KfW 458 – Was ich als Experte übernehme

LeistungInhaltFür Förderung nötig?
HeizlastberechnungRaumweise nach DIN EN 12831-1, Normaußentemperatur✓ Pflicht
Hydraulischer AbgleichVerfahren B, Ventilvoreinstellung, Pumpendimensionierung✓ Pflicht
Bestätigung zum Antrag (BzA)Technische Bestätigung als Energieeffizienz-Experte✓ Pflicht vor Antrag
Hydraulisches SchemaSystemschema mit allen KomponentenEmpfohlen
LärmbeurteilungSchallberechnung nach TA LärmBei Grenzfällen Pflicht
VerwendungsnachweisAbschlussbestätigung nach Einbau✓ Pflicht für Auszahlung

Bereit für Ihre Wärmepumpe?

Ich übernehme die komplette Planung, die BzA-Erstellung und den KfW 458-Antrag – damit Sie die maximale Förderung erhalten und die Anlage optimal läuft.